Bonn, 6. März 2026. Endlich – Deutschland wird digital! In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISST entsteht der Geo Data Space Germany. Ein Datenraum, der die Grundlage für die nationale Datenökonomie darstellt. Als räumlicher Datenzwilling (GeoTWIN) ist der Geo Data Space Germany das digitale Abbild unserer Welt. Damit haben alle Nutzer Zugriff auf sämtliche 3D-Gebäudedaten, Infrastrukturen, Liegenschaften und vieles vieles mehr. Alles aus einer Hand – alles Public Data! Möglich wird das, indem das data analytics institute (dai) als Datentreuhänder aller Open Data der 16 Bundesländer auftritt. Der Geo Data Space Germany ist DER Basisdatenraum, über den sich viele weitere sektorspezifische Datenräume erschließen lassen wie beispielsweise Wärmeplanung oder Katastrophenschutz.
Der Geo Data Space Germany – Nationaler Geodatenraum mit TRUST-Qualität
Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt Geo Data Space Germany entsteht eine neue nationale Infrastruktur für Geobasisdaten in Deutschland. Aufbauend auf den im Projekt InGeoDTM entwickelten Grundlagen wird erstmals ein bundesweit harmonisierter, souveräner Geodatenraum geschaffen. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISST, das bereits im Vorprojekt zentrale Konzepte zur Datentreuhand und Datenraum-Governance erarbeitet hat. Der Geo Data Space Germany wird die systematische Zusammenführung und Harmonisierung sämtlicher verfügbarer Public- und Open-Geodaten der Bundesländer und Kommunen beinhalten. Dazu gehören insbesondere 3D-Gebäudedaten, Adress- und Straßendaten, Verwaltungsgrenzen sowie Flurstücks- und Katasterinformationen. Diese bislang föderal fragmentierten Datenbestände werden in einem einheitlichen Datenmodell zusammengeführt und als GeoTWIN bereitgestellt – einem deutschlandweiten digitalen Zwilling der Geobasisinfrastruktur. Eine zentrale Innovation des Datenraums ist die erstmalige technische Implementierung des TRUST-Siegels direkt in einem Datenraum-Connector. TRUST steht für Transparency, Reliability, Uncertainty, Spacetime und Traceability.
Alle amtlichen Geo- und Gebäudedaten aus einer Hand – alles Public Data!

daia-x – Domänspezifisches Datenraumnetzwerk
Datenräume sind interoperable, vertrauenswürdige Infrastrukturen, in denen unterschiedliche Akteure Daten souverän teilen und nutzen können. Sie verknüpfen verteilte Datensilos über gemeinsame Standards, Governance-Regeln und sichere Schnittstellen, ohne dass Daten ihre Herkunft verlieren. Zentrale Prinzipien sind Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Interoperabilität und kontrollierter Zugriff.
Besonders relevant sind domänspezifische Datenräume, die auf die Anforderungen einzelner Sektoren zugeschnitten sind. In der Energiewirtschaft integrieren sie Erzeugungs-, Netz-, Verbrauchs- und Wetterdaten für bessere Prognosen und Netzsteuerung. Im Gesundheitswesen (Health) ermöglichen sie die sichere Verknüpfung von Versorgungs-, Forschungs- und Patientendaten. In der Mobilität verbinden sie Verkehrs-, Infrastruktur- und Sensordaten, um Planung, Steuerung und Nachhaltigkeit datenbasiert zu optimieren. Das Dateninstitut baut in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISST nun daia-x auf – im nächsten Schritt für Energie.
Das Dateninstitut dai als Data Trustee
Ein Data Trustee (Datentreuhänder) ist eine unabhängige Vertrauensinstanz in Datenräumen. Er vermittelt zwischen Datengebenden und Datennutzenden und stellt sicher, dass Daten unter klaren Regeln, transparent und souverän genutzt werden können. Dabei koordiniert er Zugriffsrechte, Nutzungsbedingungen und technische Prozesse des Datenaustauschs. Im Kontext des Geo Data Space Germany übernimmt diese Rolle das dai: Als wissenschaftlich orientierte, neutrale Institution werden die Daten aus Verwaltung und Wirtschaft integriert, ihre Nutzung transparent gestaltet und Vertrauen zwischen den Beteiligten schaffen. Damit wird das dai zum zentralen Vertrauensanker eines offenen Geodatenraums und ermöglicht eine souveräne, interoperable Datenökonomie.
dai als Mitglied der International Data Spaces Association
Das data analytics institute (dai) ist der International Data Spaces Association (IDSA) beigetreten. Mit diesem Schritt stärkt das dai seine Rolle im Aufbau souveräner Datenräume in Deutschland und Europa. Ziel ist es, die Entwicklung von domänenspezifischen Datenräumen im Rahmen von daia-x aktiv voranzutreiben. Während der Geo Data Space Germany die räumliche Grundlage einer interoperablen Dateninfrastruktur bildet, geht es bei dai-x darum, darauf aufbauend fachliche Datenräume – etwa für Energie, Mobilität oder Stadtentwicklung – zu entwickeln und miteinander zu verbinden. Durch die internationale Zusammenarbeit innerhalb der IDSA möchte das dai diese Ansätze nicht nur national, sondern auch europaweit weiterentwickeln und damit einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Datenökonomie leisten.
Von gaia-x zu daia-x
gaia-x ist eine europäische Initiative zum Aufbau einer offenen, sicheren und souveränen Dateninfrastruktur. Ziel ist es, Datenräume zu schaffen, in denen Unternehmen, Verwaltung und Forschung Daten interoperabel teilen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. gaia-x definiert dafür Prinzipien wie Transparenz, Datensouveränität, Interoperabilität und Vertrauen sowie eine entsprechende technische und organisatorische Architektur für Datenökosysteme.
daia-x setzt diese Prinzipien konkret um. Es versteht sich als praktische Datenraumarchitektur, in der domänenspezifische Datenräume aufgebaut und miteinander verbunden werden. Damit wird die Vision von gaia-x operationalisiert: Daten aus unterschiedlichen Bereichen können strukturiert integriert, sicher geteilt und für innovative Anwendungen in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft nutzbar gemacht werden.
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