Bessere Karten für die Energiewirtschaft: Strom- und Gasnetzgebiete erstmals als Public Data.

Deutschlands Strom- und Gasnetzgebiete stehen ab sofort als Public Data bereit. Das Bonner Dateninstitut (dai) veröffentlicht die im Auftrag der Bundesnetzagentur entwickelten Daten bundesweit erstmals auf der feinräumigen Ebene amtlicher Gemarkungen. Über den Geo Data Space Germany sind die Karten aus jeder Anwendung heraus direkt nutzbar und lassen sich mit weiteren Geo-, Gebäude- und Energiedaten verbinden.

Bonn, 7. Oktober 2026. Welcher Netzbetreiber ist an welchem Standort zuständig? Wie grenzen sich die Netzgebiete voneinander ab? Und welche Unternehmen müssen bei regionalen Energieprojekten eingebunden werden? Die Antworten darauf sind für Energievertrieb, Wärmeplanung und Standortentwicklung gleichermaßen wichtig. Bisher liegen die Informationen häufig verteilt vor. Das data analytics institute (dai) führt die räumlichen Zuständigkeiten in bundesweit harmonisierten Datensätzen zusammen und macht sie erstmals als Public Data zugänglich.


 

Strom- und Gasnetzgebiete: Deutschland auf amtlicher Gemarkungsebene


Die im Auftrag der Bundesnetzagentur entwickelten Datensätze basieren auf amtlichen Geobasisdaten. Sie bilden die geografischen Abgrenzungen der Strom- und Gasnetzgebiete auf Gemarkungsebene ab und ordnen sie den jeweiligen Netzbetreibern zu. So entsteht eine einheitliche räumliche Grundlage, die über einzelne Gemeinden und Regionen hinweg genutzt werden kann.

Allein der Gasdatensatz umfasst die Gebiete von 617 Gasnetzbetreibern in Deutschland. Für dessen Entwicklung und Pflege arbeitet das dai mit der WGI GmbH zusammen. WGI bringt ihre Expertise zu energiewirtschaftlichen Geodaten und Gasnetzen ein, das dai seine Kompetenz in Datenharmonisierung, Qualitätssicherung und Public-Data-Bereitstellung.

Dabei sind Netzbetreiber und Energielieferanten fachlich zu unterscheiden: Netzbetreiber verantworten Betrieb und Entwicklung der Infrastruktur. Lieferanten verkaufen Energie an ihre Kunden. Die veröffentlichten Netzgebietsdaten zeigen, welches Unternehmen räumlich für die Netzinfrastruktur zuständig ist.

Hier geht’s zur Pressmitteilung zu Strom- und Gasnetzgebiete

Public Data: Mehr Unabhängigkeit bei der Datennutzung


Bei herkömmlichen kommerziellen Datenangeboten ist die Nutzung häufig an kostenpflichtige Lizenzen und anbieterspezifische Vertragsmodelle gebunden. Mit der Public Data Lizenz (PDL) schafft das dai einen anderen Zugang: Die Nutzung ist lizenzkostenfrei, erhoben wird eine geringe Bereitstellungsgebühr.

Das senkt Einstiegshürden und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Datenanbietern und deren Lizenzpreisen. Im Rahmen der PDL können Anwender die Netzgebietsdaten in eigene Geoinformationssysteme integrieren, mit eigenen Beständen verknüpfen und für ihre Analyse- und Planungsprozesse einsetzen. Sie behalten die Kontrolle über ihre Werkzeuge und Arbeitsabläufe.

Damit wird aus einer Information über räumliche Zuständigkeiten eine vielseitig nutzbare Datengrundlage: Energieversorger können ihre Marktgebiete analysieren, Kommunen relevante Netzbetreiber für die Wärmeplanung identifizieren und Planungsbüros Zuständigkeiten für regionale Projekte ermitteln.


In HEAT-X eingebunden: Von der Netzgebietskarte zur Planungsgrundlage


Die Strom- und Gasnetzgebiete sind Bestandteil von HEAT-X, der Erweiterung des Geo Data Space Germany (GDSG) um Energiedaten. Über den gemeinsamen räumlichen Bezug lassen sie sich mit weiteren Quartiers- und Gebäudeinformationen verbinden.

Für die Wärmeplanung bedeutet das beispielsweise: Netzgebiete können gemeinsam mit Informationen zur Bebauung und bestehenden Wärmeversorgung betrachtet werden. So lässt sich erkennen, welche Betreiber bei der Untersuchung eines Quartiers einzubeziehen sind. Für die weitere Planung können Anwender eigene Fachdaten ergänzen und die Informationen gemeinsam auswerten.

Der Zugang erfolgt direkt über Geoinformationssysteme wie QGIS. Die Daten werden damit unmittelbar Teil bestehender Arbeitsabläufe – von der ersten räumlichen Übersicht bis zur projektbezogenen Analyse.

Konzessionen im Blick: Fortlaufende Pflege mit KI


Netzgebiete und Zuständigkeiten verändern sich. Kommunen vergeben Konzessionen neu, Betreiber wechseln und räumliche Zuordnungen müssen angepasst werden. Deshalb pflegt und aktualisiert das dai die Datensätze fortlaufend.

Dazu werden unter anderem kommunale Ratsbeschlüsse mithilfe von KI ausgelesen und auf Informationen zu Konzessionsvergaben ausgewertet. Ergänzend recherchiert das dai Bekanntmachungen zu auslaufenden und neu vergebenen Konzessionen. Die ermittelten Änderungen werden geprüft und anschließend in die Datensätze übernommen.

Die KI unterstützt damit die systematische Erschließung kommunaler Informationen. Zusammen mit der fachlichen Prüfung entsteht eine Grundlage, um Veränderungen nachvollziehbar in den bundesweiten Datenbestand einzuarbeiten.


Das data analytics institute (dai) unterstützt in der Beratung und im Aufbau datenbasierter Geschäftsmodelle für Public & Value Data, fragen Sie uns!


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