TRUST. Erstes Qualitätssiegel für den Datentausch.

Bonn, 18. Februar 2026. In einer datengetriebenen Gesellschaft entscheidet nicht allein die Verfügbarkeit von Daten über Fortschritt, sondern deren Vertrauenswürdigkeit. Genau hier setzt TRUST an – ein systematisches Qualitäts- und Governance-Modell für Datenräume, Datenprodukte und KI-Systeme. TRUST ist ein strukturierter Bewertungsrahmen zur Sicherstellung von Transparenz, Verlässlichkeit und methodischer Integrität.

 

Die fünf Prinzipien von TRUST

TRUST steht für fünf Prinzipien: Transparency, Reliability, Uncertainty, Spacetime und Traceability.

T-ransparency verlangt eine vollständige Offenlegung von Datenquellen, Modellen, Transformationen und Lizenzbedingungen. Nur wenn Datenherkunft und Verarbeitungslogik dokumentiert sind, können sie überprüft und eingeordnet werden.

R-eliability stammt direkt aus der wissenschaftlichen Methodik. Ergebnisse müssen unter gleichen Bedingungen wiederholbar sein. Modelle, Algorithmen und Ableitungsprozesse dürfen nicht nur funktionieren – sie müssen überprüfbar reproduzierbar sein.

U-ncertainty ist statistisch der zentrale Kern von TRUST. In der Statistik ist Unsicherheit kein Mangel, sondern ein fundamentales Strukturmerkmal jeder Messung und jedes Modells. Beobachtungsfehler, Stichprobenvariabilität, Modellannahmen, Interpolationen oder Prognosen erzeugen stets eine Verteilungsbreite möglicher Ergebnisse. Konzepte wie Standardabweichung, Konfidenzintervalle, Varianz, Fehlerfortpflanzung oder Modellunsicherheit beschreiben genau diese Bandbreite. Alternativ liegt kein Schätzmodell vor, sondern eine Angabe über die Realität.

S-pacetime macht Angaben über die räumliche und zeitliche Referenz und um welchen räumlich-zeitlichen Ausschnitt es sich handelt. Auch hier spielen Vollständigkeit & Genauigkeit eine Rolle. 

T-raceability verlangt eine lückenlose Dokumentation aller Verarbeitungsschritte. Nur so können Daten auditierbar und revisionssicher genutzt werden.

 

Warum ist TRUST beim Datenaustausch so wichtig?

Moderne Datenräume sind föderiert. Unterschiedliche Akteure tauschen Daten aus, ohne vollständige institutionelle Vertrauensbeziehungen. In solchen Systemen muss Vertrauen technisch erzeugt werden. TRUST transformiert Daten von bloßen Informationsobjekten zu qualitätsgesicherten Entscheidungsgrundlagen.

Insbesondere der statistisch fundierte Umgang mit Unsicherheit macht TRUST zu mehr als einem Governance-Konzept: Es wird zu einer epistemischen Infrastruktur. Wer Entscheidungen auf Daten stützt, muss nicht nur wissen, was der Wert ist – sondern auch, wie sicher dieser Wert ist. TRUST macht diese Sicherheit messbar.

 

Zusammenarbeit mit Fraunhofer ISST

Mit der Vorstudie zum geplanten Forschungs- und Entwicklungsprojekt Geo Data Space Germany entsteht eine neue nationale Infrastruktur für Geobasisdaten in Deutschland. Aufbauend auf den im Projekt InGeoDTM – Data trustee for horizontal geospatial data spaces entwickelten Grundlagen soll erstmals ein bundesweit harmonisierter, souveräner Geodatenraum geschaffen werden. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISST, das bereits im aktuellen Vorprojekt zentrale Konzepte zur Datentreuhand und Datenraum-Governance erarbeitet.

Zentrale Innovation des Projekts ist die erstmalige technische Implementierung des TRUST-Siegels direkt in einem Datenraum-Connector. TRUST steht für Transparency, Reliability (bzw. Reproducibility), Uncertainty, Spacetime und Traceability. Während viele Datenplattformen lediglich Daten bereitstellen, geht Geo Data Space Germany einen entscheidenden Schritt weiter: Der Connector wird um eine TRUST-Enforcement- und TRUST-Evidence-Schicht erweitert. Dadurch wird bei jeder Datenbereitstellung nicht nur der Datensatz selbst, sondern zusätzlich eine maschinenlesbare Güteaussage ausgegeben.

 

Terminhinweis

Abschlussveranstaltung des Förderprojekts “Datentreuhandmodell für horizontale Geodatenräume – InGeoDTM” mit Vortrag von CEO Michael Herter (dai) zum Thema Strategien für eine Verstetigung (Rollen, Organisationformen & Businessmodell). Mehr dazu unter Abschlussveranstaltung: Datentreuhandmodell für horizontale Geodatenräume – InGeoDTM – Fraunhofer IGD

 

 

Let's Talk

Sascha Jablonski

Email: sascha.jablonski@dai.institute

Phone: +49 228 6196863 - 12

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