Das data analytics institute (dai) hat den amtlichen Gebäudetyp Wohnen im ZENSUS 2022 weiter differenziert und aktualisiert ihn fortlaufend. Die Typologie bestehend aus 49 Wohngebäuden für rund 20 Mio. Adressen ist ein enorm wichtiges Basismerkmal zur sozio-ökonomischen Beschreibung der in Deutschland lebenden Bevölkerung und Bewertung von Immobilien.
Bonn, 6. Juli 2026. Der amtliche Gebäudetyp für Wohnen unterscheidet u.a. im Zensus 2022 zwischen Gebäudeart, Bauweise und Anzahl der Wohneinheiten. So ergeben sich in der amtlichen Statistik für Wohngebäude unterschiedliche Typen. Die Gebäudezählung aus dem Zensus veraltet aber und nur wenige Gebäudetypen sind überhaupt feinräumig erhältlich. Dabei bildet eine aktuelle und präzise Wohngebäudetypologie die Grundlage für die kommunale Wärmeplanung, die Energie- und Netzplanung, Immobilien- und Wohnungswirtschaft sowie für kleinräumige Zielgruppenbeschreibungen im Adress- und Geomarketing. Das data analytics institute hat deshalb jetzt erstmals 49 hochaufgelöste Gebäudetypen für Wohnen entwickelt, die fortlaufend vollautomatisch aktualisiert werden und Public Data sind.
Der Gebäudetyp unterschieden nach der Gebäudeart
Die Gebäudeart beschreibt die grundlegende funktionale und bauliche Einordnung eines Gebäudes und bildet die erste Ebene der dai-Gebäudetypologie. Sie unterscheidet so beispielsweise zwischen Ein- und Zweifamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern nach Größen, Gebäudekomplexen, Reihen- und Hochhäuser. Die Einteilung nach der Gebäudeart ist von zentraler Bedeutung, da sie sich hinsichtlich ihrer Nutzung, Bauweise, energetischen Eigenschaften und ihres Sanierungsbedarfs grundlegend unterscheiden. Generiert werden die Klassen aus amtlichen Geobasisdaten (3D-Gebäudedaten, Hausumringe und Hauskoordinaten) und der Kombination mit dem Zensus 2022 sowie der je Adresse vorliegenden Anzahl von Wohneinheiten..

Die Bauweise eines Gebäudetyps
Die Bauweise beschreibt die bauliche Beziehung eines Gebäudes zur Nachbarschaft. Dies kann beispielsweise Einfluss auf die thermischen Eigenschaften haben. Während freistehende Gebäude ihre Wärme über alle Außenflächen verlieren, weisen Doppelhäuser, Reihenhäuser oder Blockbebauungen deutlich geringere Wärmeverluste über gemeinsame Gebäudetrennwände auf. Durch die automatisierte Analyse der Gebäudegeometrien und ihrer Lage zueinander lässt sich bestimmen, ob ein Gebäude freistehend, Teil eines Doppelhauses, einer Reihenbebauung oder eines Gebäudeblocks ist.

Die Anzahl der Wohneinheiten am Beispiel eines Mehrfamilienhauses
Die Anzahl der Wohneinheiten ist eines der wichtigsten Merkmale zur Beschreibung eines Wohngebäudes und bestimmt sowohl dessen Nutzung als auch den zu erwartenden Energiebedarf. Die Herausforderung besteht darin, dass diese Information in amtlichen Geobasisdaten in der Regel nicht enthalten ist und sich auch aus der äußeren Gebäudegeometrie nur eingeschränkt ableiten lässt. Große Einfamilienhäuser können äußerlich einem kleinen Mehrfamilienhaus ähneln, während identische Baukörper sehr unterschiedliche Wohnungszahlen aufweisen können. Für Anwendungen wie Wärmeplanung, Zielgruppenanalysen oder Marktpotenzialberechnungen muss die Anzahl der Wohneinheiten daher aus einer Kombination von Gebäudegeometrie, Bauweise, Gebäudetypologie und weiteren Datenquellen modelliert werden. Erst dadurch entsteht eine belastbare Grundlage für gebäude- und adressgenaue Analysen. Die Wohneinheiten (WE) liegen in den Klassen 1-2, 3–6, 7–12, 13–19 und ≥20 WE vor. In der amtlichen Statistik wird ab 13 WE nicht mehr unterschieden.
Das Ergebnis: Eine fortlaufend aktuelle und hochaufgelöste Gebäudetypologie
Durch die Kombination der Klassifikationsmerkmale Gebäudeart, Bauweise und Anzahl der Wohneinheiten (WE) entsteht eine hochaufgelöste Wohngebäudetypologie mit rund 49 Gebäudeklassen, die eine bundesweit einheitliche, standardisierte und automatisiert ableitbare Charakterisierung des Wohngebäudebestands ermöglicht. Während amtliche Statistiken Wohngebäude häufig nur in wenige Grundklassen unterteilen, differenziert die Typologie des Dateninstituts zwischen freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern, freistehenden Mehrfamilienhäusern, Doppelhäusern, Reihenhäusern, Zeilenbauten, Gebäuden in Reihe, Blockbebauungen, Gebäudekomplexen und Hochhäusern sowie deren jeweiliger Anzahl an Wohneinheiten. Zusätzlich gibt es noch Sonderformen.
Die 49 Gebäudetypen im Einzelnen
1. Ein- und Zweifamilienhäuser (nur 1–2 WE = 9 Klassen)
- Kleines Ein-/Zweifamilienhaus freistehend
- Mittleres Ein-/Zweifamilienhaus freistehend
- Großes Ein-/Zweifamilienhaus freistehend
- Ein-/Zweifamilien-Doppelhaushälfte
- Ein-/Zweifamilien-Doppelhaus-Zwilling
- Ein-/Zweifamilien-Reihenendhaus
- Ein-/Zweifamilien-Reihenmittelhaus
- Ein-/Zweifamilienhaus in Reihe
- Ein-/Zweifamilienhaus im Block
2. Mehrfamilienhäuser (3–6, 7–12, 13–19, ≥20 WE)
- Freistehendes Mehrfamilienhaus
- Mehrfamilien-Doppelhaushälfte
- Mehrfamilien-Doppelhaus-Zwilling
- Mehrfamilien-Reihenendhaus
- Mehrfamilien-Reihenmittelhaus
- Mehrfamilienhaus in Reihe
- Mehrfamilienhaus im Block
- Mehrfamilienhauskomplex
8 Typen × 4 WE-Klassen = 32 Klassen
3. Hochhäuser, alle nur ≥20 WE = 3 Klassen
- Kleines Hochhaus
- Großes Hochhaus
- Hochhauskomplex
4. Zeilenbauten (3–6, 7–12, 13–19, ≥20 WE = 4 Klassen)
5. Sonderformen
Über die hochdifferenzierte Gebäudetypologie lassen sich bauliche, funktionale und energetische Unterschiede deutlich präziser abbilden als mit bestehenden Standardklassifikationen. Die Typologie bildet damit eine belastbare Grundlage für automatisierte Gebäudeanalysen, die kommunale Wärmeplanung, Markt- und Potenzialanalysen sowie KI-gestützte Anwendungen auf Basis von LoD2-Gebäudemodellen, Geobasisdaten und weiteren Gebäudeattributen.
Der hochdifferenzierte Gebäudetyp steht für alle rund 20 Mio. Wohnadressen erstmals als Public Data zur Verfügung!
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