Innovative Standortentwicklung: Neuer Datenzwilling für Brownfields

Bonn, 10. Februar 2026. Der Datenzwilling für Brownfields dient der systematischen Analyse ehemals genutzter, heute untergenutzter oder brachliegender Gewerbe- und Industrieflächen. Er verknüpft adressgenaue Informationen zu Standorten, aktuellen und historischen Nutzungen, Infrastrukturen und Grundstücksinformationen. Als dai verfügen wir über nahezu alle relevanten Datenquellen, um Brownfields flächendeckend abzubilden und präzise zu identifizieren. 

Was sind Brownfields?

Als Brownfields bezeichnet man ehemals genutzte, heute untergenutzte oder brachliegende Gewerbe- und Industrieflächen, die als urbane Landreserven innerhalb bestehender Siedlungsstrukturen verortet sind. Sie entstehen überwiegend im Zuge wirtschaftlicher und funktionaler Transformationsprozesse, etwa durch Produktionsverlagerungen, Stilllegungen oder Nutzungsänderungen. Aus planerischer und analytischer Perspektive stellen Brownfields Flächen mit hoher struktureller Relevanz dar, da sie häufig über bestehende Erschließung, technische Infrastruktur und günstige Lagen verfügen. Gleichzeitig sind sie durch Unsicherheiten hinsichtlich Nutzungsgeschichte, Umweltbelastungen, Eigentumsverhältnissen und rechtlicher Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die Reaktivierung von Brownfields ist daher weniger eine rein bauliche Aufgabe als eine datengetriebene Bewertungs- und Entscheidungsaufgabe, die eine systematische Erfassung, Integration und Analyse heterogener Informationen voraussetzt.

Der Datenzwilling

Der Datenzwilling für Brownfields ist die systematische digitale Abbildung ehemals genutzter, heute untergenutzter oder brachliegender Gewerbe- und Industrieflächen. Er bildet Brownfields nicht nur als Flächenkulisse ab, sondern als raum-zeitliches Wirklichkeitsmodell: mit Standorten, Nutzungen, Akteuren, Infrastrukturen, Risiken und Entwicklungspfaden. Im Sinne des TWIN-Ansatzes entsteht damit ein datenbasierter Zwilling, der Planung, Bewertung und Aktivierung von Flächen nicht nur visualisiert, sondern analytisch fundiert und strategisch steuerbar macht.

Die zentrale Voraussetzung für einen solchen Datenzwilling ist der Zugriff auf möglichst vollständige, adressgenaue und interoperable Daten. Genau hier liegt ein entscheidender Vorteil: Als dai verfügen wir bereits heute über nahezu alle relevanten Datenquellen, um Brownfields flächendeckend und systematisch abzubilden. Das bedeutet: Wir kennen die aktuellen Gewerbestandorte und Unternehmensstrukturen adressgenau, einschließlich ihrer räumlichen Einbettung in Gewerbegebiete, Gebäude und Parzellen. Darüber hinaus können wir über historische Datenbestände auch inaktive Firmen, Stilllegungen und Standortverlagerungen rekonstruieren. Diese historische Tiefenschärfe ist zentral, um Brownfields nicht nur als Status quo, sondern als Ergebnis wirtschaftlicher und struktureller Transformation zu verstehen.

Ein TWIN-Datenzwilling für Brownfields integriert zudem detaillierte Informationen zur Flächennutzung – sowohl aktuell als auch historisch. Produktion, Lager, Logistik, Handel, Handwerk oder gemischte Nutzungsformen werden nicht nur kategorisiert, sondern in ihrer räumlichen Struktur und zeitlichen Dynamik erfasst. Damit entsteht eine belastbare Grundlage für Typisierungen, Priorisierungen und die Ableitung realistischer Nachnutzungsszenarien.

Eine weitere entscheidende Ebene betrifft die Infrastrukturen vor Ort. Der Brownfield-Zwilling bildet Verkehrserschließung, ÖPNV-Anbindung, technische Netze sowie digitale Infrastruktur ab. Dazu gehören insbesondere Daten zu Energieträgern und Energieinfrastrukturen: Stromnetzkapazitäten, Gasanschlüsse, Fern- oder Nahwärmepotenziale, erneuerbare Möglichkeiten (z. B. Photovoltaik oder Geothermie) sowie die Frage, ob eine Fläche energieintensive oder klimaneutrale Nachnutzungen überhaupt tragen kann. Ebenso zentral ist die Breitband- und Glasfaseranbindung, die zunehmend über die Zukunftsfähigkeit von Gewerbeflächen entscheidet – von moderner Industrie bis hin zu datengetriebenen Dienstleistungsclustern.

Umfassende Datenbasis über Standortfaktoren

Das Datennetzwerk dai-x liefert auf Basis des TWIN-Datenmodells nahezu beliebige Datenschichten je nach Fragestellung. Alle Adressen, auch historische, alle über 5 Millionen Gewerbestandorte nach Branchen, auch historische, mit allen rund 66 Mio. Flurstücken und deren Nutzungen sowie infrastrukturelle Erschließungen. dai identifiziert so datenbasiert zielsicher jedes potenzielle Brownfield und kann alle relevanten Standortfaktoren zu einem Standortprofil verdichten. Wir arbeiten fortlaufend an der Erweiterung der Datenvielfalt bis hin zur Schaffung eines Datenraums für Brachflächen.

Kontakt

Sie haben Fragen zu unseren Daten? Oder möchten mehr über ein bestimmtes Brownfield erfahren? Dann kontaktieren Sie unseren Ansprechpartner mailto: Sascha.Jablonski@dai.institute

 

Let's Talk

Sascha Jablonski

Email: info@dai.institute

Phone: +49 151 6767 6600

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